Rauschfrei sicher und total legal? Eine kleine Einführung in die Welt von Cannabis und CBD

Was ist CBD - alle Antworten auf deine Fragen zu Cannabidiol

 

CBD-Öl entspannt, aber macht Cannabis nicht abhängig? Schaust du dich online und offline in den Shops um, entdeckst du immer mehr Wellness-Produkte und Lebensmittel, die Cannabis enthalten. Aber ist der Besitz von Hanf in Deutschland nicht illegal?

Wenn du neu in der Welt der Cannabis-Produkte bist, können die vielen unterschiedlichen Aussagen darüber schnell verwirrend sein. Doch keine Sorge, damit du im Hanf-Dschungel nicht verloren gehst, haben wir die wichtigsten Fakten zur Einordnung, Wirkung und Legalität von Cannabis für dich zusammengetragen.

 

Was ist der Unterschied zwischen Hanf, Cannabis und Marihuana?

Hanf ist eine krautige Pflanze, und tatsächlich eine der ältesten bekannten Nutzpflanzen unserer Erde. Viele denken bei Hanf als erstes an die markanten, meist siebenarmigen gezackten Blätter. Doch nur wenige wissen, dass die längste Zeit in der Geschichte der Menschheit die Fasern der Stängel der meistgenutzte Teil der Pflanze war. Aus ihnen wurden Textilien, Seile und sogar Papier hergestellt. Die Hanfsamen dienten hingegen als Nahrungsmittel und zur Gewinnung von Hanföl – zwei Produkte, die inzwischen auch heute wieder deutlich beliebter werden.

Und was ist nun Cannabis? Auch wenn das Wort Cannabis oft synonym für das Rauschmittel verwendet wird, ist es ganz einfach der lateinische Name für Hanf. Cannabis und Hanf bezeichnen also das gleiche, und zwar die Pflanze an sich.

Wenn man Teile der Cannabispflanze, wie die Blätter und Blüten, destilliert, gewinnt man ein ätherisches Öl. Ätherisches Hanföl wird heutzutage vielseitig in Lebensmitteln und Kosmetikprodukten verwendet. Wird mittels eines Extraktionsverfahrens wiederum das Cannabidiol aus den Pflanzenteilen gewonnen, erhält man CBD-Extrakt oder CBD-Öl. Doch dazu später mehr.

Das Rauschmittel, das die meisten Leute mit Hanf und Cannabis in Verbindung bringen, wird hingegen aus den getrockneten Blüten, Blütenständen oder Blättern gewonnen. Dann nennt man es Marihuana – und es ist der Grund dafür, weshalb Hanf bei einigen Menschen einen schlechten Ruf genießt. Schließlich fallen Marihuana und andere Rauschmittel aus der Cannabispflanze, wie Haschisch oder Haschischöl, bei uns unter das Betäubungsmittelgesetz und sind als Rauschdroge verboten.

Interessant ist vielleicht noch, dass nicht alle Hanfsorten gleichermaßen berauschen können. Beispielsweise gibt es bestimmte Nutzhanfsorten, deren Wirkstoffgehalt so gering ist, dass man damit gar keine Rauschwirkung erzielen kann. Und obwohl der Anbau von Nutzhanf legal ist, müssen Landwirte, die Hanf anbauen wollen, strenge Richtlinien einhalten. Der zweifelhafte Ruf als Drogenpflanze hat dazu geführt, dass eine Privatperson keine Staude Nutzhanf im eigenen Garten wachsen lassen darf, obwohl die Pflanze unter anderem auch bei den schützenswerten Bienen ein überaus beliebtes Nahrungsmittel ist1https://academic.oup.com/ee/article-abstract/49/1/197/5634339.

Was genau ist CBD eigentlich und wie wirkt es?

CBD ist die Abkürzung für Cannabidiol. Dieses wiederum ist ein Cannabinoid, also ein Transformationsprodukt, das beim biologischen Abbau in Hanfpflanzen entsteht. Da Cannabinoide überwiegend in Cannabispflanzen gefunden wurden, hat man sie einfach nach ihnen benannt.

Cannabis enthält übrigens mehr als 100 verschiedene Cannabinoide, die im menschlichen Nervensystem an sogenannten Cannabinoid-Rezeptoren andocken und so auf unser Nerven-, Immun- und Verdauungssystem wirken können. Seit Kurzem werden Cannabinoide erfolgreich für medizinische Zwecke wissenschaftlich erforscht und eingesetzt, unter anderem bei Schmerzen, Spastiken oder Nebenwirkungen der Chemotherapie. Seit 2017 dürfen Ärzte in Deutschland Medizinalhanf als Arzneimittel verschreiben.

Auch das Cannabinoid Cannabidiol, also CBD, dockt an die entsprechenden Rezeptoren im menschlichen Körper an. Studien legen unter anderem Nahe, dass CBD entzündungshemmend, schmerzstillend, beruhigend und angstlösend wirken kann2Lunn CA, Fine JS, Rojas-Triana A, Jackson JV, Fan X, Kung TT, Gonsiorek W, Schwarz MA, Lavey B, Kozlowski JA, Narula SK, Lundell DJ, Hipkin RW, Bober LA. A novel cannabinoid peripheral cannabinoid receptor-selective inverse agonist blocks leukocyte recruitment in vivo. J Pharmacol Exp Ther. 2006 Feb;316(2) Esposito G, De Filippis D, Maiuri MC, De Stefano D, Carnuccio R, Iuvone T. Cannabidiol inhibits inducible nitric oxide synthase protein expression and nitric oxide production in beta-amyloid stimulated PC12 neurons through p38 MAP kinase and NF-kappaB involvement. Neurosci Lett. 2006 May 15;399(1-2) Izzo AA, Borrelli F, Capasso R, Di Marzo V, Mechoulam R. Non-psychotropic plant cannabinoids: new therapeutic opportunities from an ancient herb. Trends Pharmacol Sci. 2009 Oct;30(10):515-27. doi: 10.1016/j.tips.2009.07.006. Epub 2009 Sep 2. Review. Erratum in: Trends Pharmacol Sci. 2009 Dec;30(12) Campos AC, Moreira FA, Gomes FV, Del Bel EA, Guimarães FS. Multiple mechanisms involved in the large-spectrum therapeutic potential of cannabidiol in psychiatric disorders. Philos Trans R Soc Lond B Biol Sci. 2012 Dec 5;367(1607).

Da Cannabinoide im Generellen und Cannabidiol im Speziellen allerdings noch vergleichsweise junge Forschungsfelder sind, gibt es immer wieder neue, ergänzende Erkenntnisse darüber. Die Tatsache, dass das Cannabinoid-Rezeptorsystem beim Menschen erst vor etwa 30 Jahren entdeckt wurde, der Gebrauch von Marihuana als Rauschmittel allerdings schon weitaus länger bekannt ist, ist wohl auch ein Grund dafür, dass die Wahrnehmung von CBD und anderen Cannabinoiden als positiver und sicherer Wirkstoff für Körper und Geist eher schleppend vorangeht.

Macht CBD high, müde oder süchtig?Werde ich von CBD high oder gar abhängig?

Der berauschende Wirkstoff in Marihuana und anderen Cannabisprodukten ist Tetrahydrocannabinol (THC). Wie CBD ist auch THC ein Cannabinoid. Anders als THC besitzt CBD allerdings keine berauschende Wirkung, deshalb ist es nicht möglich, von CBD „high“ zu werden. Selbst ein Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Ende 2017 bestätigt, dass CBD als unbedenklich einzustufen ist3https://www.who.int/medicines/access/controlled-substances/5.2_CBD.pdf und mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Abhängigkeit auslösen kann.4https://www.who.int/medicines/news/2017/WHO-recommends-most-stringent-level-int-control/en/.

Wie wir oben schon gesehen haben, gibt es unterschiedliche Sorten von Hanfpflanzen. Tatsächlich ist es so, dass je mehr THC in einer Cannabis-Sorte steckt, umso weniger CBD enthalten ist. Hanfsorten, die zur Rauschmittelproduktion gezüchtet werden und bei denen deshalb Wert auf einen hohen THC-Gehalt gelegt wird, enthalten kaum CBD. Andersherum enthalten Sorten mit einem hohen CBD-Gehalt wiederum kaum THC. Und es geht sogar noch weiter. THC und CBD sind nämlich natürliche Gegenspieler, die gegenseitig die Cannabinoid-Rezeptoren im menschlichen Körper blockieren. Auf diese Weise schützt CBD sogar vor der berauschenden Wirkung von THC, sollte beides gleichzeitig eingenommen werden.

Aus Pflanzen gewonnenes CBD-Öl enthält neben CBD auch weitere wertvolle Stoffe, wie Omega-3-Fettsäuren, Flavonoide, Terpene und Vitamine. Welche und wie viele andere wirkungsvolle Substanzen in dem Öl enthalten sind, also wie hoch letztendlich seine Qualität ist, hängt unter anderem wesentlich von dem eingesetzten Extraktionsverfahren ab.

Pflanzen, die für die Herstellung von CBD-Öl zugelassen sind, müssen übrigens einen THC-Gehalt von unter 0,2 % aufweisen. Es ist daher ausgeschlossen, dass qualitativ gute CBD-Produkte höhere Mengen an THC in sich tragen und für eine berauschende Wirkung sorgen.

Können bei der Einnahme von CBD Nebenwirkungen auftreten?

Wie bei den positiven Wirkungen gibt es auch über mögliche unerwünschte Nebenwirkungen bisher keine Langzeitstudien. Dafür ist die wissenschaftliche Forschung über CBD noch nicht alt genug. Sicher ist jedoch, dass wie bei allen Substanzen die Dosis über die Intensität der Wirkung entscheidet. Je höher CBD dosiert oder je mehr davon eingenommen wird, desto eher kann man mit einer verstärkten Wirkung rechnen und desto wahrscheinlicher könnten auch Nebenwirkungen hervorgerufen werden. Berichtet wurde von Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit, Benommenheit oder ein niedriger Blutdruck. Einige Personen meldeten allerdings auch den gegenteiligen Effekt und verspürten innere Unruhe.

Wichtig ist jedoch zu wissen, dass Wirkungen sowie Nebenwirkungen wie bei allen Substanzen von Person zu Person unterschiedlich sein und auch schwanken können. Wer mit einer niedrigen Dosierung beginnt und sich langsam herantastet, kann die Wirkung auf seinen eigenen Körper und Geist selbst nach und nach herausfinden und so die optimale persönliche Dosierung entdecken. Ein Vorgehen, dass wir jedem CBD-Anfänger wärmstens ans Herz legen.

Nach der Einnahme von CBD gibt es übrigens keine Einschränkungen im Straßenverkehr. Allerdings kann CBD die Wirkung von bestimmten Medikamenten beeinflussen. Wenn du das erste Mal CBD-Öl nutzen möchtest und gleichzeitig Medikamente einnimmst, solltest du das deshalb zuvor mit deinem Arzt besprechen.

Ist CBD-Öl überhaupt legal?

Die positiven Effekte von CBD sind erst vor Kurzen wiederentdeckt worden. Da wundert es kaum, dass die Behörden bei der Genehmigung von CBD-Öl noch ein wenig hinterherhinken. Die Sache mit der Legalität von CBD-haltigen Produkten ist deshalb nicht ganz so einfach.

Generell darf nicht-medizinisches CBD frei verkauft und gekauft werden, insofern nachgewiesen werden kann, dass es aus zertifizierten Nutzhanfsorten mit weniger als 0,2 % THC gewonnen wurde. Soweit so gut. Wäre da nicht der sogenannten Novel Food Katalog der EU, der sich mit neuartigen Lebensmitteln beschäftigt, die vor dem 15. Mai 1997 in keinem nennenswerten Umfang als Lebensmittel genutzt wurden.

Seit Anfang 2019 stehen Cannabinoide und damit auch CBD auf dieser Liste. Der Novel Food Katalog sieht vor, dass erst einmal ein Antrag auf Zulassung als neuartiges Lebensmittel für Cannabinoide gestellt und genehmigt werden muss, bevor CBD-haltige Produkte als Nahrungsmittel- oder Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden dürfen. Allerdings hat die European Industrial Hemp Association (EIHA) bereits Zweifel an der Einstufung von CBD als neuartiges Lebensmittel geäußert5https://www.presseportal.de/pm/141925/4536345#:~:text=deren%20Extrakten%20erfolgte%20bereits%20vor,nicht%20der%20vorherigen%20Zulassung%20gem.&text=Novel%2DFood%2DVerordnung)..

Zwischen Politik, Industrie und Verbraucherschutz herrscht reger Meinungsaustausch darüber, inwieweit CBD tatsächlich in den Novel Food Katalog gehört und ob ein spezielles Antrags- und Zulassungsverfahren wirklich notwendig ist, bevor es nicht nur zur äußerlichen Anwendung, sondern auch als Nahrungsergänzungsmittel in den Verkehr gebracht werden darf.

Wir sind gespannt, wie sich die Diskussion rund um CBD weiterentwickelt. Ganz unabhängig vom behördlichen Schlagabtausch sind wir jedoch der Meinung, dass qualitativ hochwertig hergestelltes CBD-Öl, das als Entspannungs- und Aromaöl angeboten wird, für die meisten Menschen eine wohltuende Bereicherung im Alltag ist.

 

Du siehst, CBD ist kein unerforschtes Buch mit sieben Siegeln. Doch obwohl die positive Wirkung schon seit vielen Jahren genutzt und in jüngeren Studien mehrfach nachgewiesen wurde, wünschen sich einige Menschen dennoch eine korrekte EU-Klassifizierung, bevor es offiziell als Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden darf. Inwieweit du den Nutzen von CBD allerdings schon jetzt voll ausschöpfen möchtest, überlassen wir ganz dir und deiner Intuition.

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